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Holländerwindmühle Schöna-Kolpien

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Im Wandel der Zeiten - der „Holländer" in Kolpien

Mühlen, die als älteste Maschinen des Menschen gelten, haben heute in den allermeisten Fällen nur noch Anschauungswert. Durch effektivere Antriebsarten wie Elektrizität und Dampfkraft haben sie an Bedeutung verloren. Stillstand bedeutet meist Verfall! Erst in den letzten Jahrzehnten bemühte man sich, den geringen Bestand als Reste alter Mühlenkultur zu erhalten. Eine Vielzahl dieser meist weithin sichtbaren Zeugnisse des Müllerhandwerks gaben dem Ortsbild ein besonderes Gepräge.So wurde z.B. im Jahre 1964 die letzte Bockwindmühle in Schöna abgerissen.Der restaurierte „Keller-Holländer" Kolpiens wurde nach einem Brand der Vorgängermühle, die übrigens eine Bockwindmühle war, im Jahre 1843 mit Sägegatter und zwei Mahlgängen neu aufgebaut. Wind und Wetter dienen den Mühlen, können aber auch großen Schaden anrichten. So musste der „Holländer" in seiner gut 150jährigen Geschichte etliche Stürme über sich ergehen lassen. 1936 wurde sie teilweise zerstört. Danach brachte man die Flügel nicht wieder an, denn die Mühle wurde zunächst auf Diesel-, später auf Elektromotor-Betrieb umgestellt. Im Jahre 1950 erneuerte der Besitzer die gesamte Mühlentechnik, die noch bis zum Jahre 1987 voll genutzt wurde. Die Mühle sollte nach drei Jahren Stillstand von der Kolpiener Feuerwehr abgerissen werden. Dem Zeitmangel der „schnellen Männer" ist es zu verdanken, dass sie noch heute das Dorfende ziert. Erst im Zuge der umfangreichen Restaurierung von 1991 bis 1996 erhielt sie ihr ursprüngliches Aussehen wieder. Die Mahltechnik konnte teilweise in Gang gebracht werden. Eine Besichtigung des Innenraumes ist nach Absprache möglich - Knut Krause, Tel. 035364 /  347 oder 035364 / 72880. 

Holländerwindmühlen wurden erstmals um 1550 in Flandern gebaut. Die erste Skizze  einer solchen Mühle mit beweglichem Dach stammt aus dem Jahre 1500 von Leonardo da Vinci. Auf einem gemauerten Grund wird nur der Dachaufsatz, auch Haube genannt, gedreht. Dazu muss ebenfalls ein Sterz benutzt werden. Um ihn bedienen zu können, wurde an der oberen Hälfte des steinernen Gebäudes ein Umgang gebaut. Während Bockwindmühlen nur einen Mahlgang besitzen, enthalten Holländerwindmühlen meist zwei.

Fotos vom Erntefest an der Mühle


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